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Mandi - Legende der Índios über die Herkunft der Maniok-Pflanze - [Bildquelle: © Luis Echeverri Urrea | Stock_1474698566]

Die Geschichte von Mandi

Die Legende der Tupi-Indianer über die Geburt der Maniokwurzel

Escrito por Márcia Fernandes. Professora licenciada em Letras.

Bearbeitet von Peter Rieser / oxente.ch

Die indigene Legende zur Entdeckung der Maniokwurzel ist ein Bespiel für eine folkloristische Geschichte der Tupi-Indianer in Brasilien. Sie erklärt den Ursprung dieser Wurzel, die eines der Hauptnahrungsmittel der brasilianischen Ureinwohner geworden ist.
Maniok, Yuca oder Aipim, wie sie in anderen Regionen Brasiliens genannt wird, ist heute auf jedem Tisch im Norden und Nordosten anzutreffen. In Europa wird diese gesunde Tropenknolle als Superfood gehandelt.

Die schöne Häuptlingstochter eines Indianerstammes im Amazonas war schwanger...

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Mandi - [Bildquelle: © Helen Dranga | Severson, Don R. Finding Paradise: Island Art in Private Collections, University of Hawaii Press]

Als ihr Vater von diesem Umstand erfuhr, stimmte ihn das sehr traurig, denn sein grösster Wunsch, seine einzige Tochter als Frau eines starken und bewunderten Kriegers seines Stammes zu erleben, sollte sich nun nicht mehr erfüllen.

Stattdessen hatte sie einem Unbekannten den Vorzug gegeben – und, obwohl sie im Namen aller Götter beteuerte, dass sie noch nie mit einem Mann zusammen gewesen ist, konnte niemand ihren angeschwollenen Bauch übersehen.

 

Im Traum erschien dem Häuptling ein Weisser Mann, der erklärte ihm, dass es keinen Grund zur Trauer gäbe, denn seine Tochter spräche die Wahrheit, kein Mann habe sie geschwängert, sondern die Frucht ihres Leibes sei von den Göttern. Der Vater war erleichtert, gewann seine Lebensfreude zurück und behandelte auch seine Tochter wieder voller Zuneigung.

Das kurze Leben von Mandi

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Das Grab von Mandi - [Bildquelle: © Escola educação | escolaeducacao.com.br]

Einige Monde gingen ins Land und die junge Frau gebar ein kleines Mädchen, das hatte eine weisse, sehr empfindliche Haut – sie gab ihm den Namen Mandi. Das winzige, hellhäutige Kind zeigte sich intelligent, war stets vergnügt und wurde bald der erklärte Liebling des ganzen Stammes.

 

Jedoch währte das so plötzlich entstandene Familienglück nur allzu kurz. An einem sonnigen Morgen fand die entsetzte Mutter ihr geliebtes Mädchen leblos in seiner Hängematte. Man rief den Medizinmann, aber auch der konnte nicht mehr helfen – Mandi war gestorben.

 

Unter Tränen und Wehklagen aller Stammesmitglieder wurde Mandis kleiner Körper innerhalb der Maloca (Indianer-Dorf), direkt neben der Hängematte seiner Mutter, begraben – das hatte sie so bestimmt. Täglich benetzten die sehnsüchtigen Tränen der jungen Mutter den kleinen Grabhügel, und eines Morgens bemerkte sie die zarten Spitzen einer Pflanze, die sich ihr wie kleine grüne Finger aus der Erde entgegenstreckten. Unter ihrer sorgsamen Pflege entwickelte sich aus den grünen Trieben schnell eine stattliche Pflanze, deren Namen oder Nutzen jedoch niemand im Dorf kannte – selbst der weise Medizinmann hatte nie ein ähnliches Gewächs gesehen.

Der Name Mandioca, "Mandis Haus" nahm seinen Anfang

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Die knolligen Wurzeln der Maniokpflanze - [Bildquelle: © educaçãopatarapong | fotolia.com]

Eines Tages bekam die Erde über den Wurzeln der Pflanze Risse. Manis Mutter stellte sich sogleich vor, dass ihre geliebte kleine Tochter vielleicht ins Leben zurückkehren wolle und begann, in verzweifelter Hoffnung, mit ihren blossen Händen zu graben.

 

Anstelle ihres Kindes fand sie armdicke, braune Wurzelstränge. Erst kostete der Medizinmann vorsichtig das milchig-weisse Wurzelfleisch und dann die ganze Dorfgemeinschaft. Und weil es ihnen schmeckte, steckten sie ein paar Triebe der unbekannten Pflanze in den Boden um ihr Dorf, die alle prächtig gediehen und dem Volk viele dicke, wohlschmeckende Wurzeln bescherten. Sie nannten die Pflanze, die zur Hauptnahrung aller Waldindianer wurde, Mandioca – "Manis Haus".

Maniok im täglichen Leben der Brasilianer

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Wahre Liebe trägt Früchte Legende der Tupi-Indianer - [Bildquelle: © Tricurioso | tricurioso.com]

Die Maniok-Legende ist Teil der brasilianischen Folklore indigenen Ursprungs.

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Albert Eckhout war ein niederländischer Maler - [Bild © Albert Eckhout | ISNI: 0000 0000 9866 5297]

Albert Eckhout war ein niederländischer Maler von Stillleben der in Recife lebte.

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Casa de Farinha - Maniokmühle - [Bildquelle: © Tiago Queiroz | estadao.com.br]

In den Casa de Farinha wird Maniok in Mehl umgewandelt, ein Ort der Begegnung.

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Farofa ist eine beliebte Beilage in Brasilien - [Bildquelle: © WS-Studio | stock_20011402311

Farofa, eine gewürzte und geröstete Art des Maniok Mehl, gehört auf jeden brasilianischen Tisch.



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